Das Wort Plissee kommt aus dem Französischen und bedeutet „gefaltet“. Es bezieht sich meist auf Textilien, die in dauerhafte Falten gelegt werden und in der Kleidermode aber auch für andere dekorative und funktionelle Zwecke verwendet werden. Sicherlich kennt jeder die reizenden Plisseeröckchen, die in den 70er Jahren getragen wurden. Das Plissieren selbst ist allerdings schon viel älter, was Fundstücke aus der Antike beweisen.
Seitdem wurden verschiedene Techniken erfunden, um Stoffe und andere Materialien in Falten zu legen. Nicht nur in der Textilbranche, sondern auch in der Musikinstrumentenherstellung z. B. beim Akkordeon und natürlich auch bei der Herstellung von Plissee-Sonnenschutzanlagen erfüllen die Falten verschiedene Funktionen. Plissierte Materialien kann man aufgrund ihrer Flexibilität verschiedenen Belastungen aussetzen. Bei Verkehrsmitteln z. B. bei Zügen, Bussen und Straßenbahnen, wird durch eine Plisseewand eine Art Gelenk geschaffen, wodurch selbst sehr lange Wagen auch enge Kurven meistern können. Auf modernen Flughäfen kann man vom Check in direkt durch einen Plisseegang ins Flugzeug steigen, der bei Nichtgebrauch wieder eingefahren wird. In der Industrie werden bewegliche Teile wie Federungen und Gelenke häufig mit plissiertem Kunststoff ummantelt, um sie sicherer zu machen und gleichzeitig zu schützen. Man kann jedes Plissee ganz eng zusammenschieben oder ganz in die Breite ziehen. Dadurch erreicht man eine erhöhe Platzersparnis in allen Bereichen. Sogar ganze Gebäude, wie Faltgaragen, oder Boote, weiterhin die Faltdächer von Autos, Falträdern und faltbare Matratzen (diese Matratzen lassen sich um fast die Hälfte verkleinern) beruhen auf dem Prinzip des Plissierens. Der Gegenstand ist immer vorhanden und griffbereit und kann bei Bedarf im Handumdrehen geöffnet werden. Dabei gewähren die stabilen Falten, dass sich der Gegenstand beim Schließen wieder wie von selbst zusammenlegt und nicht erst wieder umständlich gefaltet werden muss.